Die schwarze Pest

Zitat des Tages

2009/05/18 · Kommentar schreiben

Der legendäre Bernard Lewis schreibt immer amüsant und kurzweilig, z.B. in History. Remembered, Recovered Invented, S. 60:
A unique case of changing historical self-image is that of the Christian Empire of Constantinople, whose people began as Greeks pretending to be Romans and ended as Byzantines pretending to be Hellenes.

So ähnlich dürfte das auch mit den Palis gelaufen sein, von Süd-Syriern zu Jordaniern, zu Pan-Arabisten, zu Palästinensern.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: , ,

Helden mit Axt – Update

2009/04/02 · Kommentar schreiben

Ein Terrorist hat heute Juden in Bat Ayin mit einer Axt angegriffen, dabei tötete er einen 13-jährigen und verletzte einen 7-jährigen schwer. Der Angreifer floh zu einem nahen arabischen Dorf, wo er wohl nun gerade als Held gefeiert wird.

Eine intakte Gesellschaft würde auf so eine Tat mit Abscheu reagieren, die palästinensische wird den Mord, der in voller Absicht Kinder zum Ziel hatte nicht verurteilen sondern preisen. Dass höchste der Gefühle wäre schon, wenn Abbas es als die bedauernswerte aber unweigerliche Folge der Besatzung bezeichnen würde. Die unzähligen Terrorgruppen werden sich jedenfalls in Beifallsbekundungen überbieten und versuchen, dafür Verantwortung zu übernehmen: Fatah wird es ebenso gern gewesen sein, wie der Islamische Dschihad oder die Hamas.

Kann man sich das vorstellen? Ein Mann der eine Axt nimmt und Kinder damit ermordet, gilt als Held? Nicht lang ist es her, da hat der einflussreiche arabische Fernsehsender Al Dschasira eine Geburtstagsfeier für Samir Kuntar geschmissen, der ein 4-jähriges Mädchen ermordete, indem er ihren Kopf gegen eine Wand stieß. Sommerlager und Fußballturniere werden nach diesen Helden benannt.

Google sei Dank kann sich heute jeder informieren, was die arabischen Medien schreiben. In der Googleübersetzung von Palestine Today werden die Buben als „Siedler“ und „Zionisten“ bezeichnet, Begriffe die auch in Deutschland schon als entmenschlichte Feindbilder funktionieren.

UPDATE
Lila schreibt über den Fall dieses Helden.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Moshe Zimmermann (fast) über das Berliner Antisemitismuszentrum

2009/03/19 · Kommentar schreiben

Fast, weil 1986 geschrieben. Wer es nicht mitbekommen hat: es gab auf dem Blog der Achsen-des-Guten und verschiedenen Zeitungen u.a. der Jerusalem Post einen sich hinziehenden Streit darüber, ob das renommierte von Prof. Benz geleitete Berliner Zentrum für Antisemitismus-Forschung, die sogenannte „Islamophobie“ mit dem Antisemitismus gleichgesetzt habe, ob dieser Vergleich unanständig sei, und ob man darüber den arabisch/islamistischen Antisemitismus von Hamas, Hisbollah und Iran nicht aus den Augen verloren habe.
In diesen Zusammenhang passt jedenfalls Zimmermanns Analyse der Probleme der deutschen Antisemitismusforschung (Aus seinem Buch: Wilhelm Marr. The Patriarch of Antisemitism, S.viii) :

Concerning the research produced in Germany, the problem is even more complicated: Until the beginning of the 1960’s, anti-Semitism was a concept whose study was overshadowed by the collective bad conscience; more than that, it was a dirty word. Since that time, anti-Semitism has received systematic conceptual treatment, and yet one cannot quite ignore the suspicion that some of the German social scientists are using the research in a surreptitious attempt to clear the collective conscience. While striving to achieve this aim, they often obscure the importance of anti-Semitism by associating it with more general sociological and psychological terms, such as those mentioned previously, or by subordinating it to phenomenological classifications such as „minorities“ or „prejudices.“

In der Tat: 20 Jahre später ist für Benz der Antisemitismus nicht mehr als ein Paradigma der Vorurteilsforschung (Wolfgang Benz: Vorwort, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Hrsg. von Wolfgang Benz, Bd. 17, Berlin 2008, S. 11):

Aufgabe der Antisemitismusforschung, die sich als Vorurteilsforschung begreift und Judenfeindschaft als erkenntnisleitendes Paradigma versteht, ist es, beide Phänomene in den Blick zu nehmen: Hass gegen die Juden und den Judenstaat, wie er von Muslimen artikuliert wird, und Hass gegen die Muslime, der sich der gleichen Methoden bedient, die vom christlichen Antijudaismus wie vom rassistischen Antisemitismus entwickelt werden.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Nordirland verdammt Mord an Polizisten

2009/03/10 · Kommentar schreiben

So titelt der Spiegel heute. Recht hat er, aber warum liest man das nie in Bezug auf den Terrorismus in Israel? Als vor ein paar Tagen ein Mordanschlag auf israelische Polizisten und Busreisende stattfand, titelte der Spiegel stattdessen: „Palästinenser rammt Polizeiauto mit Bagger“. In beiden Fällen handelt es sich um die Unabhängigkeitsambitionen eines Volkes, die mit Terrorismus durchgesetzt werden sollen (mit dem Unterschied, dass die nordirischen Widerstandskämpfer nicht einmal ein marginales Interesse daran haben, Manchester und London zu erobern); aber während den irischen Nationalisten als Verbrecher gelten, werden den Palästinensern nur legitime, blütenweiße Motive unterstellt.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Intifada in Malmö

2009/03/08 · Kommentar schreiben

Die Davis-Cup-Partie Schwedens gegen Israel musste ohne Zuschauer stattfinden, weil laut Malmös sozialdemokratischem Bürgermeister, Ilmar Reepalu, die Juden eine „Provokation für die in Malmö lebenden Araber“ darstellten.

In den Zeiten der Intifada konnten keine Fußballspiele in Israel ausgetragen werden, weil die Fifa/Uefa israelischen Zusicherungen, die Sicherheit der Spieler sei gewährleistet, keinen Glauben schenkte. Die Schweden sagen heute klar und deutlich, dass sie die Sicherheit nicht gewährleisten können. Die logische Konsequenz müsste sein, dass es Schweden solange verboten wird, auch nur ein internationales Match zu veranstalten, bis es die schwedische Intifada beendet hat.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: , ,

Hilfsbereite Waffen-SS

2009/03/08 · Kommentar schreiben

Broder bringt es auf der Achse mal wieder auf den Punkt:

Zuerst wollte Kurt Beck mit “moderaten” Taliban verhandeln (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/beck-schockiert-mit-afghanistan-plaenen;1249880), jetzt hat Barack Obama die Idee aufgegriffen: http://www.welt.de/politik/article3338810/Obama-will-mit-den-Taliban-fuer-Frieden-sorgen.html, ohne wie Kurt Beck von der Großen Koalition zurückgepfiffen zu werden. Auch in der Politik gilt: Quod licet Jovi, non licet bovi. Der Vorschlag mag ja nicht ganz daneben sein, aber was, bitte sehr, sind “moderate” Talibans? So etwas wie liberale Nazis? Oder hilfsbereite Waffen-SS?

In ähnlicher Weise kommentiert Vormann auf WADI unter der Überschrift „Moderate Mörder“:

Wie Hohn und Spott müssen den afghanischen Frauen die Worte aus Washington erscheinen. Die kluge und erfolgreiche Interessenpolitik von Petraeus im Irak gründete auf der Maxime der Bush-Regierung, Terroristen auch Terroristen zu nennen. Nur auf dieser Grundlage war der massenhafte Seitenwechsel der Stammesführer erst denkbar und möglich.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: , ,

Warum arabische Streiks nur der schwarzen Pest schaden

2009/03/01 · Kommentar schreiben

Gestern haben die Araber in Jerusalem gestreikt, weil angeblich angekündigt ist, einige illegal gebaute Gebäude in Jerusalem einzureißen. Ich weiß nicht genau, wieso es die Stadtverwaltung auch nur peripher tangieren sollte, wenn arabische Geschäfte sich selbst boykottieren, schadet es denn nicht nur den arabischen Geschäftsleuten selbst?

Das Problem ist: es schadet nicht nur diesen. Wie immer trifft es besonders die Unschuldigen – wie mich zum Beispiel. Ich nämlich hatte eigentlich geplant, mir bei meinem Stammbarbier die Haare schneiden zu lassen; ich habe mich dann auch trotz des eher ungemütlichen Wetters auf den Weg gemacht. Der Frisör ist genauso, wie er sein muss: absolut kahl, wahrscheinlich seit Jahren, stumm (ich hasse es, mich eine halbe Stunde mit jemandem Fremden unterhalten zu müssen [er spricht übrigens nicht nur nicht mit mir, weil er kein Englisch kann, auch die anderen Kunden werden nicht mit Tratsch versorgt]), billig (nur 25 Shekel) und er benutzt noch diese coolen alten Rasierklingen. Also perfekt. Wäre nicht geschlossen gewesen. Deswegen musste ich dann heute zu so einem Idioten, der 50 Shekel verlangt hat und dafür viel schlechtere Arbeit leistete. Barbierende Streikbrecher braucht das Land!

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
Mit Tag(s) versehen: ,

Als Linke noch links waren

2009/03/01 · Kommentar schreiben

Der Elder of Ziyon hat einen interessanten Rückblick zum Zustand der englischen Linken: einen Artikel aus dem Jahre 2002, der dazu aufruft, die eigene Seele nicht an den Beelzebub, d.h. den islamischen Totalitarismus zu verkaufen. Es scheint, 7 Jahre später ist das Schiff abgefahren, alles was damals verstörend wirkte, ist heute zu einer Normalität geworden, die niemanden mehr überrascht und die keiner hinterfragt. Aber hier zur Erinnerung, dass es auch anders ginge:

  • „Allah-o-Akbar“ war einer der wichtigsten Rufe dieses Demonstrationsmarsches. Obwohl der Ausdruck „Allah-o-Akbar“ von vielen, nicht-fundamentalistischen, Moslems in anderen Kontexten verwendet wird, ist seine Verwendung als politischer Slogan auf diesem Marsch ein Signum fundamentalistischer Politik, nicht muslimischer Kultur oder Religion.
  • Die Trennung von Männern und Frauen: Linke Gruppen wehren sich nicht etwa dagegen, sondern halten sich an die Geschlechterapartheid
  • Linke marschieren mit Islamisten, die Broschüren verteilen, die dazu aufrufen, die „Juden dem Schwert zu unterwerfen“ oder heimische jüdische Geschäfte zu boykottieren.
  • Es wäre ja schon traurig genug, wenn sich die Linken einfach mit den Islamisten verbünden würden. Von einem gleichberechtigten Bündnis kann aber keine Rede sein. Es war und ist naiv zu glauben, man könne sich an eine Demonstration ranhängen und sie für sich zu vereinnahmen. Es ist umgekehrt als gedacht: die Linken stehen an der Wand und quietschen.

    → Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
    Mit Tag(s) versehen: , ,

    q.e.d.

    2009/03/01 · Kommentar schreiben

    Seit ich einmal beiläufig bemerkte, die polnische Kultur stehe auf zwei Säulen – Alkoholismus und Antisemitismus – bekomme ich noch immer Drohbriefe beschwipster polnischer Patrioten, die mich als Judenschwein bezeichnen, das man zu vergasen vergessen hat.

    Henryk M. Broder

    Über Heplev

    → Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized
    Mit Tag(s) versehen: , , ,

    Israelisch vs Hebräisch

    2009/02/23 · Kommentar schreiben

    In Israel verstört gerade der Linguist Gilad Zuckermann mit seinem Buch Israelit Safa jafa (Israelisch – eine schöne Sprache) die israelische Form des Sprachbewahrers. Zuckermann behauptet einfach ganz frech, dass für die heute in Israel gesprochene Sprache „Hebräisch“ der falsche Ausdruck sei, weil diese nicht genügend Gemeinsamkeiten mit dem biblischen Hebräisch habe. Israelisch und Hebräisch seien letztlich verschiedene Sprachen, Israelisch eine Mischsprache, die zwar bewusst hebräische Wörter verwende, sich aber unterbewusst aus den Muttersprachen seiner Erfinder speise: hauptsächlich Jiddisch, aber auch Russisch, Deutsch, Ladino, Polnisch, Arabisch und weiteren Sprachen. Anders als Sprachwächter in Deutschland, die nur jedes englische Wort bekämpfen müssen, haben es die hiesigen also gleich mit einem Generalangriff zu tun: quasi Deutsch in Deutschländisch umzubenennen.

    Ich kann zur Debatte selbst fast nichts beitragen, natürlich ist jedem, der sich nur ein bisschen mit der hebräischen Sprache beschäftigt hat klar, wie viele Begriffe beispielsweise aus dem Deutschen kommen: quetschen, Stecker, Spachtel, alte Sachen, Dübel, Schluck, Biss, Strudel (@), Wischer, etc. (Schin weist auf die lustige Tatsache hin, dass viele dieser Begriffe von Handwerkern benutzt werden, welche meistens Sepharden ≠ deutsch/jiddische Juden sind). Aber Zuckermann geht es nicht um einzelne Wörter, sondern um den Charakter, um die innere Logik der Sprache.

    Er meint, man könne Hebräisch und Israelisch nicht auf die selbe Stufe stellen wie Altgriechisch und Neugriechisch oder Altenglisch und Neuenglisch:

  • Griechisch und Englisch haben sich über Jahrhunderte natürlich entwickelt. Große grammatikalische und vokabularische Veränderungen sind im täglichen Gebrauch natürlich entstanden. Eine solche natürliche Entwicklung gab es mit der hebräischen Sprache nicht, also dürften starke Veränderungen nicht zu rechtfertigen sein. Auf diesen Einwurf ist oft geantwortet worden, dass im Gegensatz zu einem Griechen ein Hebräer die tausend Jahre alten Texte problemlos verstünde.
  • Zuckermann kann aber zeigen, dass säkulare Israelis die Bibel nicht verstehen können. Er gab einer gemischten Gruppe einen Text aus Jesaja mit dem Gebnis, dass sie nicht nur Verständnisschwierigkeiten in Bezug auf „Lexis, sondern – und das ist noch wichtiger – auch Struktur, Stimmungen, Zeiten“ hatten.
  • Israelisch kennt bedeutungsverändernde Silbenbetonungen. Wenn z.B. tzfoni auf der letzten Silbe betont wird, bedeutet es „nördlich“, wenn es auf der ersten Silbe betont wird, handelt es sich um ein Slangwort, das so viel wie Snob bedeutet. Auch die Syntax eines Satzes kann zur Betonung eines Sachverhalts verändert werden; eine Möglichkeit, die sicher aus dem Jiddischen herkommen müsse.

    Die Wege, die die Muttersprachen dabei nehmen, um sich ins Hebräische einzuschmuggeln, sind dabei oft recht verschlungen. Aber ein Fremdkörper hatte dann eine größere Überlebenschance, wenn er gleich in mehreren Muttersprachen Entsprechungen hatte. So bezieht sich Zuckermann beispielsweise auf das Wort „Tayar“, welches klassisch „Führer“, im Israelischen aber „Tourist“ bedeutet. Weil das Wort dem Deutschen, wie auch dem Jiddischen, Englischen und Polnischen klanglich ähnle, sei es mit dieser neuen Bedeutung ins Israelische gekommen.

    Mit all dem ist wohl teilweise der israelische Mythos zerstört, eine Wiedergeburt des Hebräischen geschafft zu haben. Was aber kreiert wurde, war eine äußerst reiche Sprache, die sich neben dem Althebräischen aus so vielen Sprachen speist, wie sonst wohl nirgends auf der Welt.

    → Einen Kommentar schreibenKategorien: Uncategorized